Der Freiburg-Tourismus schreibt erneut Rekordzahlen. Die amtlichen Zahlen für 2009 bestätigen den Aufwärtstrend der vergangenen Jahre. Während Destinationen wie Stuttgart und Heidelberg in den Übernachtungszahlen Rückgänge von bis zu 8% verzeichnen, erweist sich der Freiburg-Tourismus mit einem erneuten Plus von 3 % als sehr stark.
„Die Marke Freiburg, das zeigen die guten Ergebnisse im Krisenjahr, erweist sich als nachhaltig und zukunftsfähig.“ kommentiert FWTM-Geschäftsführer Dr. Bernd Dallmann die amtlichen Zahlen für 2009. „Als traditionelle Destination im deutschen Städtetourismus ist Freiburg bekannt für gutes Wetter, guten Wein und eine schöne Altstadt in der man beides genießen kann. Hinzu kamen in den vergangenen Jahren, und hier profitiert der Tourismus vom Know-How einer Forschungs- und Wissenschaftsstadt, der Gesundheits- und Green City- Fachtourismus. In dieser Kombination genießt Freiburg ein Alleinstellungsmerkmal, nicht nur in Baden-Württemberg, sondern deutschlandweit. Die Stadt transportiert ein Lebensgefühl, das in seiner Vielfalt– Gesundheit und Genuss, Natur und Kultur – den Erwartungen der Gäste entspricht.“
In absoluten Zahlen verzeichneten Freiburger Hotels, Gasthöfe, Pensionen, Campingplätze und die Jugendherberge 1.25 Millionen Übernachtungen. Einbußen gegenüber den Rekordzahlen im Vorjahr verzeichnete Freiburg bei den Übernachtungen ausländischer Gäste (-1,0%). Der langjährige Trend eines steigenden Ausländeranteils bei den Übernachtungsgästen bleibt ungebrochen, denn auch hier gilt: andere Destinationen im deutschen Städtetourismus schrieben 2009 deutlich schlechtere Zahlen: Stuttgart verzeichnet ein Minus von 6,8%, Heidelberg minus 10,3% und Baden-Württemberg insgesamt minus 4,3%.
Auffällig sind die Zuwächse bei Übernachtungsgästen aus Frankreich (plus 12,4) und der Schweiz (plus 6,4). Die Nachbarn am Oberrhein schätzen die kurzen Wege, die Vielfalt des Angebots und das Preis- Leistungs-Verhältnis in Deutschland. Die Top Ten Herkunftsländer Freiburger Übernachtungsgäste führt nach wie vor die Schweiz an, gefolgt von Italien das 2009 die Niederlande überholt hat.
Statistisch nicht erfasst ist der Tagestourismus. Laut der von der FWTM in Auftrag gegebenen Studie „Analyse Tagestourismus in Freiburg 2008-2009“ besuchen jährlich rund 12,2 Millionen Tagestouristen Freiburg. Hier beläuft sich jährliche Nettowertschöpfung auf 52 Millionen Euro.
Auch die Übernachtungen in Privathaushalten tauchen in der amtlichen Statistik nicht auf. Ausgehend von der Anzahl der Haushalte kommen in der Universitätsstadt Freiburg nochmals rund 1,2 Millionen Übernachtungen dazu.
Entwicklung des Freiburg-Tourismus
Freiburg zählt zu den Übernachtungs-Millionären im deutschen Städtetourismus. Die quantitative Bedeutung des Tourismus in deutschen Städten, die Tourismusintensität, errechnet sich aus dem Verhältnis der Übernachtungen bezogen auf 1.000 Einwohner. 2008 liegt Freiburg mit einer Tourismusintensität von 5.545 bei den Ankünften in Städten über 200.000 Einwohner insgesamt auf Rang 6 [Anlage 4]. Auf einen Freiburger kommen demnach 2008 mehr als 5 Übernachtungen. Damit liegt die Schwarzwaldhauptstadt noch vor Metropolen wie Stuttgart (4.560) und Berlin (5.178).
Auch in Bezug auf die Anzahl der Gästeankünfte legt Freiburg 2009 weiter zu. Die Studie des Online- Reisebüros „Ab in den Urlaub“ vergleicht die Anzahl der Gästeankünfte von Januar bis September 2009 mit den Zahlen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Hier landet Freiburg mit einem Plus von 1,09% deutschlandweit auf Platz 12.
Der Freiburg-Tourismus ist seit Jahren gut aufgestellt, rund 7% der erwerbstätigen Bevölkerung, arbeiten in der Branche. So verzeichnet auch die Freiburger Hotellerie – Hotels, Hotel Garnis, Gasthöfe und Pensionen – 2009 ein erneutes Plus von 1,4%. Dank einer Vielzahl an etablierten eigentümergeführten Betrieben und den engagierten Direktoren der Hotelgruppen, die unter anderem mit einer ökologischen Ausrichtung innovative Konzepte verwirklicht haben, behauptet sich die mittelständische Hotellerie seit Jahren. Die Freiburger Hotels setzten auf hochwertige Ausstattung, gutes Design und hervorragenden Service.
Gesundheits- und Green City - Fachtourismus
Die Entwicklung des Gesundheits- und Green City- Fachtourismus spiegelt die Wirtschaftsstruktur des Standorts Freiburg: das Gesundheits- und Sozialwesen macht mit rund 20.000 Arbeitsplätzen 20% der Arbeitsplätze in Freiburg aus und ist damit die beschäftigungsintensivste Branche. In der regionalen Umwelt- und Solarwirtschaft finden rund 10.000 Menschen Arbeit und Beschäftigung. Als Tor zum Schwarzwald ist Freiburg außerdem ein beliebtes Ziel für Aktivurlauber und Natur- und Wellnesstouristen.
Der Green City Fachtourismus hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen, insgesamt rund 25.000 Fachtouristen reisten 2009 nach Freiburg: von Schüler- und Studentengruppen über Stadtplaner, Bauunternehmer und Energiedienstleister bis hin zu hochrangigen internationalen politischen Vertretern und Delegationen. Fachbesucher nehmen häufig weite Wege in Kauf, um das Freiburger Modell live zu erleben. Bemerkenswert ist hier insbesondere der hohe Internationalitätsgrad.
Messen, Kongresse, Events
FWTM-Geschäftsführer Klaus W. Seilnacht: „Freiburg profitiert heute von Maßnahmen, die vor langer Zeit angestoßen wurden: analog dem Tourismus verzeichnet auch das Kongresswesen 2009 Rekorde. Das Konzerthaus Freiburg konnte die Anzahl der Kongresse im vergangenen Jahr um rund 50% steigern. In ähnlicher Weise trägt die Rothaus Arena auf der Messe Freiburg dazu bei, die Position Freiburgs als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum am Oberrhein zu stärken.“
Dank einer guten Infrastruktur sind eine Vielzahl an Messen, Kongressen und kulturellen Events in Freiburg möglich. Insbesondere das Kongresswesen wirkt sich dabei auf die Übernachtungszahlen aus. 2009 fanden im Konzerthaus Freiburg mehr als 160 Tagungen und Kongresse statt. Zu den größten zählten wissenschaftliche Kongresse im Bereich des Gesundheitswesen, im Mai beispielsweise die 50. Tagung der Süddeutschen Gesellschaft für Urologie mit täglich 800 Teilnehmern. Tagungen im Bereich der Erneuerbaren Energien, wie die Solar Summits im Oktober oder die Internationale Geothermiekonferenz zeichnen sich durch einen hohen Internationalisierungsgrad aus.
Auch attraktive Events und große Sportveranstaltungen locken zahlreiche Übernachtungsgäste nach Freiburg. Mit einem Plus von 8,5% im Vergleich zum Vorjahr verhalf die Weltmeisterschaft im Rollkunstlauf dem Monat November zu Rekordzahlen und auch der Weihnachtsmarkt schlägt sich seit einigen Jahren in den amtlichen Zahlen nieder. Im Dezember wurden auch dank des Weihnachtsmarkts 83.626 Übernachtungen generiert. Damit wurden zwei traditionell schlechte Übernachtungsmonate deutlich gestärkt.
Mit einem Plus von 5,6% ist auch der März 2009 stärker. Hier schlägt der Freiburg Marathon zu Buche, der mit 11.000 Teilnehmern und 60.000 Zuschauern ein echtes Highlight war. Auch die Spiele des SC Freiburg in der 1. Bundesliga steigern die Bekanntheit der Stadt.
Große kulturelle Events und Publikumsmessen erfreuen sich vor allem im Umland aber auch in den Grenzregionen großer Beliebtheit. Die „Baden Messe“ zählte 2009 82.000 Besucher, die „CFT“ Freizeit Messen 50.000 und die Plaza Culinaria rund 30.000 Besucher. Hier handelt es sich in erster Linie um Tagestourimus, der in der vorliegenden amtlichen Statistik nicht erfasst wird. Aber auch Fachmessen wie die Internationale Kulturbörse, die i+e oder TVProduktionen wie Wetten Dass...? sind für die Übernachtungszahlen sehr förderlich.
Perspektiven und Ziele
FWTM-Geschäftsführer Dr. Bernd Dallmann: „Die internationale Sichtbarkeit der Marken Freiburg, Schwarzwald und Oberrhein sollen in Zukunft weiter gestärkt werden. Das beinhaltet, die starke Vernetzung mit den Partnern Umland und den Grenzregionen weiter auszubauen und das gemeinsame Marketing voranzutreiben. Hier müssen die Bedürfnisse, Interessen und Gewohnheiten des Kunden im Vordergrund stehen. Deshalb muss ein Schwerpunkt auf der Nutzung der neuen Medien liegen. Dazu gehören Online-Buchungsmöglichkeiten, ein tagesaktueller Internetauftritt und Suchmaschinenmarketing“.
Seit 2009 betreut die FWTM federführend das von der EU geförderte Interreg-Projekt „Upper Rhine Valley“/ „Tourismus in der trinationalen Metropolregion Oberrhein“, mit einem Gesamtbudget rund 2 Millionen Euro. Ziel ist es, durch trinationale Vernetzung und gemeinsames Marketing das touristische Potential des Oberrheins in der Zukunft besser auszuschöpfen. Heute schon liegt der Oberrhein mit Übernachtungszahlen von 17,1 Millionen nur knapp hinter weit bekannteren Tourismusregionen wie der italienischen Toskana.
Bis Ende 2012 soll Freiburg an den TGV Rhin-Rhone über Mulhouse angebunden werden, das hat die französische Bahngesellschaft SNCF im Februar öffentlich angekündigt. Von der Anbindung an eines der schnellsten europäischen Verkehrsnetze wird der Freiburg Tourismus generell, aber auch attraktive Events wie der Weihnachtsmarkt, profitieren. Außerdem wird die grenzüberschreitende Vernetzung der Metropolen am Oberrhein wird mit der Entscheidung für den Ausbau einer TGV Strecke weiter gestärkt.
Die Intersolar, die mittlerweile nicht nur in München sondern auch in den USA und Indien stattfindet, und die Präsentation Freiburgs auf der EXPO 2010 in Shanghai bieten der internationalen Vermarktung Freibugs als Green City eine hervorragende Plattform.

